Tönnishoff und Romberg bewältigen „Paris – Brest – Paris“, die Olympiade der Randonneure

Anne Tönnishoff und Harry Romberg, beide Mitglieder der Radsportabteilung der Walstedder Fortuna, finishten bei Paris - Brest – Paris, dem weltweit größten und ältesten internationalen Ultracycling Event in hervorragenden Zeiten.

Paris – Brest – Paris bedeutet für die Teilnehmer 1.230 Kilometer mit ca. 11.000 Höhenmetern, mehr als 360 Anstiegen in max. 90 Stunden zu bewältigen.

Auf der Strecke müssen dabei von den Athleten 13 Checkpoints angefahren werden.

Die neue Paris – Brest – Paris Strecke führte durch die schönsten Waldmassive Frankreichs, durch die Normandie bis zur Atlantikküste der Bretagne.

Anne Tönnishoff (48) zeigte bei Ihrer zweiten Teilnahme bei diesem extremen Langstreckenevent wieder einmal eine starke Leistung. Sie erreichte das Ziel in einer bemerkenswerten Zeit von 60:16 Stunden und fuhr damit als zweite deutsche Frau und als dritte Frau insgesamt (von 530 Frauen) über die Ziellinie in Paris.

Tönnishoff konnte damit Ihre Zeit von 2015 um 3:24 Stunden verbessern. Über diese hervorragende Zeit freut Tönnishoff sich sehr. Es war mein persönliches Ziel, meine Zeit aus 2015 zu verbessern. Ich bin das Rennen schnell angegangen und hatte nach 300 Kilometern bis zum 2. Checkpoint in Fougeres eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,67 km/h, genau nach Plan. Meine Pausen habe ich effizient genutzt und auf der gesamten Strecke gut verteilt. Die Sicherheit stand bei mir während der extrem langen Tour immer im Vordergrund, so Tönnishoff.

Harry Romberg (59) zeigte bei seiner bereits dritten Teilnahme ebenfalls eine sehr gute Leistung mit einer Zeit von 68:12 Stunden. Auch Romberg beeindruckte mit einer guten Zeitverbesserung von über eine halben Stunde zu 2015. Der Fortune ging das Rennen ebenfalls zügig an und erreichte den ersten Checkpoint in Villaines-la-Juhel nach 220km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,65km/h. Romberg freut sich  sehr über die Verbesserung seiner Gesamtzeit.

Über 6.000 Starter aus 66 Nationen, darunter 681 deutsche Teilnehmer, bedeuteten bei der 19. Auflage des nur alle 4 Jahre stattfindenden Radsportevents der Sonderklasse eine Rekordbeteiligung. Doch es sei nicht nur die Zahlen und Ergebnisse die Paris – Brest – Paris für die beiden Fortunen zu einem unvergesslichen Ereignis werden ließen, so Anne Tönnishoff in Ihrem Bericht. Vielmehr ist es das, was wir auf und neben der Strecke erleben durften. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl war es für uns mit Teilnehmern aus 66 Nationen von allen Kontinenten dieses Abenteuer zu bewältigen.

Es gab viele emotionale Augenblicke – bei allen Höhen und Tiefen, aller Anstrengung bei dieser extremen Herausforderung, die Euphorie und Begeisterung der Zuschauer zu sehen, so Tönnishoff.

Schon am Start im Rambouillet vor den Toren von Paris jubelten uns unglaublich viele Zuschauer zu. In den Orten hat regelrechte Volksfeststimmung geherrscht. Tour de France Feeling pur, sind sich die beiden Fortunen einig. In dem Ort Villaines-la-Juhel bat man mich sogar um ein kleines Interview, schwärmt Tönnishoff. Dabei bedankte die Fortunin sich bei der „radsportfreundlichsten Nation“ für die großartige Atmosphäre und Unterstützung.

Mein Plan war es möglichst schnell nach 600 Kilometern den Wendepunkt Brest an der Atlantikküste zu erreichen um genug Zeit und Luft zu haben für den schwierigen Rückweg. Direkt vom Start in die erste Nacht ist alles optimal gelaufen, so Tönnishoff. Die Ankunft in Brest war einer der Höhepunkte der Tour. Nach endlosen Anstiegen ging es dort über die berühmte Brücke „Pont Albert Louppe“. Es bot sich ein traumhaftes Atlantikpanorama. Gänsehaut pur, so Tönnnishoff. Dazu die Zeit - sie überfuhr die Kontrolllinie in Brest nach 26:24 Stunden. Ihr Plan ging auf und sie konnte diese Zeit auch über den weiteren Streckenverlauf halten, freut sich Tönnishoff. Auch Harry Romberg bewältigte die schweren 600 Kilometer nach Brest in einer beeindruckenden Zeit. Die Hälfte der Strecke war für die beiden Fortunen geschafft.

Jetzt galt es für Tönnishoff und Romberg den schwierigen Rückweg nach Paris zu meistern. Auf dem Rückweg setzte neben der Kälte im Morgengrauen starker Bodennebel ein, was typisch für diese Region in Atlantiknähe ist. Die beiden Fortunen waren darauf durch Ihre vorherigen Teilnahmen vorbereitet und trotzten diesen Bedingungen.

Tagsüber herrschten beste Wetterbedingungen und der weitere Verlauf des Abenteuers gestaltete sich für Tönnishoff und Romberg problemlos.

In den frühen Morgenstunden des dritten Tages erreichten Anne Tönnishoff und Harry Romberg das ersehnte Ziel in der Bergerie Nationale Rambouillet.

Tönnishoff und Romberg freuen sich diese extreme Herausforderung erneut geschafft zu haben und sind stolz auf Ihre Leistungen. Um Paris – Brest – Paris erfolgreich abzuschließen gehört ein zielorientiertes Training sowie auch eine gute logistische Vorbereitung dazu, erklärt Anne Tönnishoff. Die Ausstattung am Rad muss perfekt und getestet sein. Da die Nacht durchgefahren wird ist eine sichere Radbeleuchtung Pflicht. Von Vorteil ist auch das tragen einer guten Helmleuchte. Von großer Bedeutung ist die optimale Verpflegung. Um erfolgreich zu sein ist es unerlässlich eine effektive Flüssigkeits- und Energiezufuhr vom ersten bis zum letzten Kilometer nicht zu vernachlässigen. Außerdem sollten die Pausen effizient genutzt werden.

Es war für uns wieder ein phänomenales Abenteuer mit vielen Erlebnissen, emotionalen Eindrücken und Momenten die uns immer in Erinnerung bleiben werden, resümiert Tönnishoff.

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